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John Dowland – Melancholy & Melody [18.4.2026]
John Dowland (1563–1626) war einer der bedeutendsten englischen Komponisten des elisabethanischen Zeitalters im Übergang von der Renaissance zum Barock. Ab 1597 veröffentlichte er in Abständen seine drei „Books of Songs or Ayres”, eine Sammlung von Liedern, die sowohl solistisch mit Lautenbegleitung als auch im vierstimmigen Vokalensemble aufgeführt werden konnten. In den von Dowland selbst verfassten Gedichten überwiegt die Klage über die Unverlässlichkeit irdischer Glücksversprechen – selten hat Enttäuschung so schön geklungen wie hier!
Mit den Pavanen „Lacrimae antiquae” (Lacrimae Pavan No. 1) und „Semper Dowland semper dolens” („Immer Dowland, stets wehmütig”) präsentiert das Programm zwei seiner wichtigsten Consortstücke. Einige Lautenwerke wurden für dieses Programm für Streichquartett arrangiert, um Dowlands instrumentalem Œuvre im Rahmen eines Chorkonzerts größeres Gewicht zu verleihen. Ergänzend kommen Werke für Solo-Laute hinzu, die die abwechslungsreiche Bandbreite der Klangkörper erweitern.
- Johannes Vogt – Laute
- Samatoso Streichquartett ⇒ Streichquartett
- Mainzer Madrigalchor
- Leitung: Hans Meyer
Programmfeature „Melancholy & Melody – Eine Dowland-Experience zum 400. Todesjahr des Komponisten“
John Dowland (1563–1626) war einer der bedeutendsten englischen Komponisten des elisabethanischen Zeitalters im Übergang von der Renaissance zum Barock. Geboren vermutlich in London, stand er 1579–1584 in den Diensten des englischen Gesandten in Paris. Ab 1597 veröffentlichte er in Abständen seine drei „Books of Songs or Ayres“, eine Sammlung von Liedern, die sowohl solistisch mit Lautenbegleitung als auch im vierstimmigen Vokalensemble aufgeführt werden konnten. Obwohl ihm diese internationalen Ruhm einbrachten, verhalfen sie ihm nicht zur erstrebten Stellung am englischen Hof (1596). Gekränkt darüber begab er sich auf Reisen und ging mit großem Erfolg zuerst nach Deutschland, dann nach Italien, wo er in Florenz an englische Exilkatholiken geriet, die ihn in ihre wilden Pläne zur Ermordung der Queen einweihten. In einem verworrenen Brief bot er sich dem Geheimdienstchef Elisabeths sogar als Spion unter den Attentätern an, was seinen Ambitionen unter Queen Elisabeth aber keineswegs nützte. Stattdessen trat er 1598 eine großzügig ausgestattete Stelle als Lautenist am Dänischen Königshof an, die er wegen finanzieller Schwierigkeiten 1606 wieder verlor. Erst unter Jakob I. erhielt er 1612 nach Jahren wenig aussichtsreicher Engagements die lang ersehnte Stelle als Hoflautenist in London, allerdings schuf er bis zu seinem Tod 1626 keine bedeutenden Werke mehr und starb als weitgehend vergessener Mann.
Die Vokalkompositionen der „Songs or Ayres“ sind von der Anlage her Strophenlieder, die hin und wieder polyphon durchbrochen werden. Sie gefallen durch ausnehmend schöne Melodien und eine tief empfundene, bisweilen auch chromatische Harmonik, die den überwiegend melancholischen, von Dowland selbst verfassten Gedichten idealtypisch folgen. Es überwiegt die Klage über die Unverlässlichkeit irdischer Glücksversprechen, was sicher auch als Reflex auf die Rückschläge in Dowlands musikalischer Karriere verstanden werden kann. Aber selten hat Enttäuschung so schön geklungen wie hier! Die Vokalwerke des Programms entstammen alle den „Books of Songs or Ayres“ und werden teilweise in den Arrangements von Hans Meyer durch Streicher verstärkt und ergänzt, wodurch der ursprünglich kammermusikalische Charakter überschritten wird. Die Ergänzungen bedienen sich der Dowland eigenen Kompositionstechniken der Verzierung und Variation, die vor allem seine Lautenmusik charakterisieren.
Musikhistorisch bedeutsamer noch fallen Dowlands Verdienste um die Entwicklung einer eigenständigen Instrumentalmusik aus. Hier sind seine etwa 100 ausgezeichneten Werke für Laute solo zu nennen, die zu den anspruchsvollsten und ausgereiftesten Kompositionen für Laute gehören. Darüber hinaus verfasste er zahlreiche Stücke für Streicherensemble mit teils waghalsigen harmonischen Wendungen. Die „Lacrimae“ („Tränen“) brachten ihm nicht nur des Titels wegen den Ruf des kunstvollen Melancholikers ein. Mit „Lacrimae“ und „Semper Dowland“ präsentiert das Programm zwei seiner wichtigsten Consort-Stücke. Einige Lautenwerke wurden für dieses Programm für Streichquartett arrangiert, um Dowlands instrumentalem Œuvre im Rahmen eines Chorkonzerts größeres Gewicht zu verleihen. Ergänzend kommen Werke für Solo-Laute hinzu, die die abwechslungsreiche Bandbreite der Klangkörper erweitern.
Die ausführenden Ensembles streben keinen Originalklang, keine historische Aufführungspraxis an, sondern möchten eine Abbreviatur des außergewöhnlichen Schaffens des zu Unrecht vernachlässigten Komponisten dem heutigen Publikum klangvoll und abwechslungsreich präsentieren.
Hans Meyer, im März 2026
Termine
Antoniuskapelle Mainz
Samstag, 30. Mai 2026, 17 Uhr
Adolf-Kolping-Str.6 (in Richtung Neubrunnenplatz — Römerpassage, davor links)
55116 Mainz
⇒ Lageplan (PDF). Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bitte beachten Sie, dass rund um den Hauptbahnhof Bauarbeiten stattfinden. Informieren Sie sich bitte bei ⇒ Mainzer Mobilität und ⇒ Deutsche Bahn.
⇒ Eintrag „Antoniterkapelle Mainz” bei Wikipedia
Ev. Kirche Gau-Odernheim
Sonntag, 31. Mai 2026, 17 Uhr
Kirchplatz
55239 Gau-Odernheim
⇒ Homepage ⇒ Lageplan Gau-Odernheim (PDF)
⇒ Eintrag „Simultankirche Gau-Odernheim” bei Wikipedia
Eintritt frei. Spenden erbeten.
Hintergrundinfo Mainzer Madrigalchor
Der Mainzer Madrigalchor hat sich auf vokale Arrangements aus Renaissance und Barock spezialisiert, hat in den vergangenen Programmen aber auch gerne mit zurückhaltender, zeitgenössischer instrumentaler Begleitung gearbeitet.
Das Madrigal, das „mehrstimmige Vokalstück“ auf Basis einer freien Gedichtform, entwickelte sich unterschiedlich in Jahrhunderten und Ländern und ist daher variantenreich in Sprache, polyphonen Stimmarrangements und existiert für verschiedenste Ensemblegrößen.
Der Mainzer Madrigalchor ist ein gemischter Kammerchor aus derzeit über einem Dutzend Chorsängerinnen und Chorsängern im Alter zwischen 25 und 60 Jahren. Im Mittelpunkt steht die Freude am Singen und an ungewöhnlichen Arrangements. Mit seinem Jubiläumskonzert „Commedia“ Mai und Juni 2018 feierte er sein 40-jähriges Bestehen.
Der Chor ist einer der wenigen, die nicht zu einer Kirche oder Institution gehören und finanziert sich ausschließlich über Beiträge in die Chorkasse, Umlagen und Spenden. Sämtliche Einnahmen werden wieder in die Chorarbeit eingebracht. – Chorprobe jeden Dienstag (außer während der Sommer- und Weihnachtsferien) 19.30–21.30 Uhr in der Evangelischen Pauluskirchengemeinde in der Mainzer Neustadt.
Kontakt: Hans Meyer, chorleiter(a)mainzer-madrigalchor.de
Pressekontakt: info(a)mainzer-madrigalchor.de
Anschrift: Mainzer Madrigalchor, c/o Eva Maria Herbst, Am Großberg 11, 55130 Mainz, Tel.: (nur Mobilwahl) 0 61 31 / 50 93 35
Foto: privat
Foto: privat
Die Presseinformation zu unserem Jubiläumskonzert Commedia – 40 Jahre Mainzer Madrigalchor 2018 finden Sie unter ⇒ Konzertchronik, Commedia, Presseinformation.
