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„Verrückt nach Barock“ – Mitsängerinnen und Mitsänger gesucht

Der Mainzer Madrigalchor startet in diesen Wochen mit seinem neuen Konzertprogramm, das unter dem Titel „Verrückt nach Barock“ steht. „Verrückt“ ist der Chor nach den Jahren der Pandemie aber nicht nur nach der Alten Musik, sondern auch nach unbeschwertem Chorsingen. Während die Festlegung auf das Barockzeitalter eine gewisse stilistische Einheit gewährleistet, sorgen die unterschiedlichen Personal- und Nationalstile für große Abwechslung.

Den Rahmen bildet die „Messe de minuit pour noel“, also eine Weihnachtsmesse des französischen Komponisten Marc-Antoine Charpentier, die für die Christmette an Heiligabend vorgesehen ist. Das Besondere an dem Werk ist, dass Charpentier darin damals populäre französische Weihnachtslieder verarbeitet, natürlich in der Verkleidung durch den üblichen Messtext. Da uns diese Lieder hierzulande heute fremd sind, ergänzen wir das Werk um bekannte deutsche Weihnachtslieder in Sätzen von Michael Praetorius. Wer kennt nicht Melodien wie „In dulci jubilo“, „Der Morgenstern ist aufgedrungen“ oder „Es ist ein Ros entsprungen“, die zum unverzichtbaren Mindset des „Weihnachtsfeelings“ gehören.

Als weiteres deutsches Werk steht die Adventskantate „Machet die Tore weit“ von Georg Philipp Telemann auf dem Programm. Hier trifft gefällige Melodik auf perfekten barocken Kontrapunkt mit Fugen und ausgedehnten Koloraturen.

Die anderen Werke sind nicht explizit weihnachtlich, passen aber perfekt in den Rahmen. Das „Credo“ des Italieners Antonio Vivaldi glänzt fast durchgängig durch barocke Motorik in den Instrumentalstimmen, die durch die feinfühlige Harmonik der getragenen Mittelsätze kontrastiert wird. Am Ende leuchtet auch noch ein schönes Fugato, wie wir es in der Barockmusik lieben.

Keines der Werke gehört zum gängigen Kanon des heutigen Konzertrepertoires, aber das gilt noch einmal in besonderer Weise für das „Magnifikat“ der italienischen Nonne Isabella Leonarda. Bereits mit 16 Jahren trat die Komponistin dem Ursulinenkonvent im norditalienischen Novara bei, begann aber erst mit 60 Jahren, ihre Kompositionen zu veröffentlichen. Leider finden Komponistinnen des Barock in unserer Konzertlandschaft fast keinerlei Beachtung, was nicht für die Diversifizierung unserer Kultur spricht. Der Madrigalchor gibt den unbekannten Perlen der Musik einmal mehr eine Stimme.

Mit Henry Purcells Verse-Anthem „O sing unto the Lord“ („Singet dem Herrn ein neues Lied“) kommt auch der englische Barockstil zur Geltung und komplettiert die internationale Vielfalt des Programms. Der Madrigalchor legt besonderen Wert auf die Tatsache, dass die Nationen Europas im 16. bis 18. Jahrhundert trotz der politischen und kriegerischen Konflikte in der Musik bereits an einem Strang zogen. Die Musik war daher ein früher Vorbote nicht nur eines geeinten Europa, sondern auch der Völkerverständigung auf dem Kontinent. Wir dürfen nicht müde werden, das, was uns verbindet, über das Trennende und Partikulare zu stellen und dies im Konzert der Nationen fühlbar zu machen.

Sängerinnen und Sänger aller Stimmlagen und Muttersprachen sind uns herzlich willkommen. Wir haben das Glück, in einem gut durchlüfteten, großen Kirchenraum zu proben, in dem das Risiko für Covid-Ansteckungen extrem niedrig ist. Wir sind alle geimpft.

Weiterhin bieten wir regelmäßig professionelle Stimmbildung für Chorsänger*innen an.

Hintergrundinfo Mainzer Madrigalchor

Der Mainzer Madrigalchor hat sich auf vokale Arrangements aus Renaissance und Barock spezialisiert, hat in den vergangenen Programmen aber auch gerne mit zurückhaltender, zeitgenössischer instrumentaler Begleitung gearbeitet.

Das Madrigal, das „mehrstimmige Vokalstück“ auf Basis einer freien Gedichtform, entwickelte sich unterschiedlich in Jahrhunderten und Ländern und ist daher variantenreich in Sprache, polyphonen Stimmarrangements und existiert für verschiedenste Ensemblegrößen.

Der Mainzer Madrigalchor ist ein gemischter Kammerchor aus derzeit zwölf Chorsängerinnen und Chorsängern im Alter zwischen 25 und 60 Jahren. Im Mittelpunkt steht die Freude am Singen und an ungewöhnlichen Arrangements. Mit seinem Jubiläumskonzert „Commedia“ Mai und Juni 2018 feierte er sein 40-jähriges Bestehen.

Der Chor ist einer der wenigen, die nicht zu einer Kirche oder Institution gehören und finanziert sich ausschließlich über Beiträge in die Chorkasse, Umlagen und Spenden. Sämtliche Einnahmen werden wieder in die Chorarbeit eingebracht. – Chorprobe jeden Dienstag (außer während der Sommer- und Weihnachtsferien) 19.30–21.30 Uhr in der Evangelischen Pauluskirchengemeinde in der Mainzer Neustadt.

Kontakt: Hans Meyer, chorleiter(a)mainzer-madrigalchor.de
Pressekontakt: info(a)mainzer-madrigalchor.de
Anschrift: Mainzer Madrigalchor, c/o Eva Maria Herbst, Am Großberg 11, 55130 Mainz, Tel.: (nur Mobilwahl) 0 61 31 / 50 93 35

Der Mainzer Madrigalchor 2017 in der Antoniuskapelle Mainz
Der Mainzer Madrigalchor 2017 in der Antoniuskapelle Mainz
Foto: privat
Der Mainzer Madrigalchor 2016 vor der Evangelischen Kirche Wörrstadt
Der Mainzer Madrigalchor 2016 vor der Ev. Kirche Wörrstadt
Foto: Karin Walsh-Henkel

Auf Wunsch schicken wir Ihnen die Bilder gerne in einer höheren Auflösung zu.


Die Presseinformation zu unserem Jubiläumskonzert „Commedia – 40 Jahre Mainzer Madrigalchor” finden Sie unter ⇒ Unsere Musik, „Commedia”, Presseinformation.